So war das Parookaville-Festival 2015 in Weeze!

Parookaville 2015  (15)

Viele Monate haben die Veranstalter von Parookaville an ihrem Konzept gearbeitet und eine Stadt für EDM-Fans aus ganz Deutschland und dem Rest der Welt geschaffen. Ein Stadt in der „Wahnsinn, Liebe und pure Glückseligkeit“ regieren und maßgebend den Tag bestimmen. Doch haben wie Jungs und Mädels hinter Parookaville es geschafft, mit ihrem Konzept zu überzeugen?

In Weeze, einer kleinen Stadt am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, feierte vor zwei Wochen das Parookaville-Festival seine Premiere. Mit einem hochkarätigem Lineup, einer aufwändigen Mainstage und einem weitläufigen Areal bot sich ein für Deutsche Verhältnisse, einmalige Spektakel. Einen Tag vor dem Start des Festivals meldeten die Veranstalter bei 25.000 verkauften Tickets ausverkauft – und waren von der Resonanz selbst total überwältigt (NölSch.de berichtete).

Meine Reise nach Parookaville

„Der Frühe Vogel fängt den Wurm“ ist nicht nur irgend ein Spruch sondern erweist sich insbesondere auf Festivals immer wieder als ein Geheimtipp im Hinblick auf den Zeltplatz. So haben wir unsere rund 45-Minütige Fahrt von Moers nach Weeze bereits um 5:30 Uhr morgens angetreten. Etwas chaotisch und unorganisiert öffneten dann (typisch Deutsch) gegen 9 Uhr die Check-In-Counter, an den wir unsere Festival- und Campingarmbänder erhalten haben.

Der Campingplatz

Mit den Armbändern und unseren Zelten passierten wir anschließend die Sicherheitsschleuse wo unser Gepäck nach verdächtigen Gegenständen, Drogen usw. durchsucht wurde. Leider wurde mit dort auch mein treues Taschenmesser abgenommen, aber das war zu verkraften. Der Aufbau der Zelte war sehr unkompliziert und dank den netten Mitarbeitern durften wir uns mit 15 Leuten sogar einen Gruppenplatz aufbauen.

Ein eigener PENNY-Supermarkt für die Camper

Eines meiner Highlights war definitiv der PENNY-Markt auf dem Campinggelände. Dort wurde ein umfangreiches Sortiment mit Produkten aus allen Bereichen aufgefahren und zu fairen und PENNY-typischen Preisen verkauft. RedBull (0,25l) für 99 Cent, 0,5l Bier (Warsteiner) für 1 Euro, frische Backwaren, Crush-Eis, Grillfleisch, Zelte + Equipment. Einfach alles, was man für ein tolles Festival-Wochenende benötigt. Super Sache!

Saubere Toiletten? Fehlanzeige!

Wenn eine Sache sowohl auf dem Campingplatz als auch auf dem Festivalgelände schief gelaufen ist, dann waren es definitiv die Sanitären Anlagen. Für 12.000 Camper waren nur ca. 30-40 kostenfreie Dixi-Toiletten vorhanden. Die „Premium-Toiletten“ im mit eigener Spülung im VIP-Bereich haben 3 Euro gekostet. Eine Unverschämtheit. Hier waren wirklich alle Besucher unzufrieden und enttäuscht.

Zu wenig Platz für zu viele Camper

Zunächst sollten für Parookaville weniger Campingtickets verkauft werden. Die Veranstalter schafften es dann jedoch noch zusätzliche Plätze zu schaffen. Wir sie das geschafft haben ist mir ein Rätsel da der Campingplatz extrem voll war und die Leute nach 16 Uhr kaum noch einen Platz gefunden haben.

Ein alter Militärflughafen als Festivalgelände

Die Mainstage von Parookaville
Die Mainstage von Parookaville

Als Festivalgelände diente ein alter Militärflughafen, welcher direkt an den Airport Weeze (Stichwort: Ryanair) angrenzt. Für die DJ’s ein kurzer Weg zwischen Privatjet und Bühne – für uns ein weitläufiges Gelände mit umgebauten Hangars und coolen Spots. Die Navigation war zum Teil etwas verwirrend aber trotzdem zielführend.

Auf dem Gelände mangelte es an keiner Attraktion. Neben vielen internationalen Köstlichkeiten, Bungee-Jumping und Biergarten gab es PENNY-2-Go, einen Pool, ein Postamt, eine Kirche, eine Kirmes und sogar ein Einwohnermeldeamt. Dort bekam jeder Besucher einen eigenen Reisepass mit dem passenden Visum für Parookaville.

Ein alter Hanger wurde umfunktioniert
Ein alter Hanger wurde umfunktioniert

Die verschiedenen Bühnen hatten alle auf ihre Art eine besondere Stimmung. Egal ob der Bunker, eine alte Lagerhalle oder ein ehemaliger Kampfjet-Hangar. Mit der passenden Musik und feierwütigen Menschen verwandelte sich das Gelände in eine tolle Location.

 

 

Die Mainstage

Für die Mainstage haben die Veranstalter laut eigenen Angaben jene Bühnenbauer engagiert, die auch für Tomorrowland die atemberaubenden Bühnen konstruieren. Entsprechend außergewöhnlich und einzigartig viel die Stage für Parookaville aus. Mit einigen Steampunk-Elementen und mehreren Bildschirmen wirkte diese insbesondere bei Nacht sehr spektakulär.

Kein richtiger Flair

Natürlich bin ich von meiner Erfahrung auf Tomorrowland in Belgien (dem größten EDM-Festival der Welt) etwas verwöhnt, jedoch hätte ich mir mehr Dekorationen gewünscht. Ich finde hier hätten die Veranstalter etwas mehr liebe zum Detail beweisen können. Insgesamt wirkte es auf mich nicht wie „ein roter Faden“, der sich durch die Gestaltung des Gelände gezogen hat. Das Online-Marketing hingegen war super und einheitlich.

Fragwürdiges Pfandsystem

Token statt Euro
Token statt Euro

Extrem nervig war das Pfandsystem in Parookaville. Die Städtische Währung (1 Token = 3 Euro) stiftete neben dem Pfandsystem unter vielen Einwohnern Verwirrung. Eine Flasche Wasser (0,5l) kostete 1 Token und 0,5 Token Pfand. Eine Dose RedBull hatte ebenfalls 0,5 Token Pfand. Becher für Bier oder Softdrinks hingegen waren Pfandfrei. Es hat also weder der Umwelt noch den Besuchern etwas gebracht. Lediglich der Veranstalter hat am Pfandsystem verdient. 0,15 Euro Pfand für eine PET-Flasche und 1,5 Euro von seinen Besuchern.

Fazit

Mit Parookaville haben die Veranstalter ein Festival ins Leben gerufen, von dem die Menschen hier in Deutschland lange geträumt haben. Tomorrowland ist mittlerweile weltweit bekannt und entsprechend groß ist auch die Nachfrage, so dass beim jährlichen Kartenverkauf die 180.000 Tickets in rund einer Minute ausverkauft sind.

Logisch, dass die Veranstalter noch an vielen Stellen Optimierungen vornehmen müssen und beim ersten mal nicht alles richtig machen. Dennoch war es für den Preis und wenn man über die Toiletten hinwegsieht ein gelungenes Wochenende mit viel Spaß und guter Musik.

Es bleibt abzuwarten wie sich Parookaville in den nächsten Jahren entwicklen wird und was die Veranstalter aus ihrem Konzept machen und ob sie aus ihren Fehlern lernen. Auf jeden Fall aber sollte das Campinggelände im nächsten Jahr größer sein und die Sanitären Anlagen häufiger gesäubert werden!

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