Spielsucht im Internet

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Vor kurzem bin ich über eine Nachricht im Internet gestoßen, wonach ein 32 Jähriger in dem bekannten Online-Rollenspiel World of Warcraft nach über 700 Tagen alle Erfolge erspielt hat. Über Jahre hinweg hatte sich der junge Spieler in die virtuelle Welt zurückgezogen und dort mit anderen Mitspielern die Geschichte und die Welt der Fabelwesen durchlebt. Sprechen wir hierbei noch über ein Hobby wie Briefmarken sammeln oder ganz offensichtlich über eine Sucht?

Ich weiß, dass es sich hierbei um ein brisantes Thema handelt und das dieses schon in der Vergangenheit in diversen Berichterstattungen für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt hat, doch kann man bei 17.000 Stunden Spielzeit in einer virtuellen Welt noch über ein Hobby sprechen?

1,4 Millionen Spieler virtuell hingerichtet

Rund 10 Jahre lang hat Andrej, der im übrigen gebürtiger Ukrainer ist, dafür gebraucht die 2057 Erfolge innerhalb des Rollenspiels zu erreichen. Am Ende zieht er Bilanz: Auf der virtuellen Spielwiese tötete er 1,4 Millionen Spieler und ist dabei selber 42.685 Mal gestorben. Doch Andrej hat sein Ziel erreicht und zeigt sich zufrieden: „Es ist so, als ob mir eine gewaltige Last von den Schultern gefallen wäre“, erzählt er. „Ich war tot müde, aber glücklich.“

Abgesehen von dem ganzen Geld das er für das Monatsabo und diverse Spielgegenstände ausgegeben hat, bezahlte Andrej seinen Spielerfolg mit einem Drittel seines Alters. Seinen Lebensunterhalt verdient der Ukrainer jedoch mit keiner „normalen“ Arbeit. Er verdient sein Geld mit – wer hätte es gedacht – World of Warcraft. Dort hilft er anderen Mitspielern gegen echtes Geld beim erspielen von erfolgen oder verbessern ihrer Kreaturen. Ganz legal ist dies jedoch nicht, es handelt es sich wie er selber sagt um eine „Grauzone“ in den Richtlinien von Blizzard.

Wer denkt Andrej wird sich jetzt zurücklehnen und sich auf sein echtes Leben konzentrieren liegt falsch. Für den 31-Jährigen Ukrainer ist nach seinem besonderen Erfolg in der virtuellen Welt jetzt noch keineswegs Schluss. Er will weitermachen und auch in den anderen Spielen von Blizzard alle Erfolge holen. Ein Problem hat Andrej jedoch, denn wenn die nächste Erweiterung für World of Warcraft auf den Markt kommt hat er nicht mehr 100% der Erfolge sondern muss erneut auf die Jagd gehen.

Nahtloser Übergang zwischen Hobby und Sucht

game-289470_1920Oftmals sind es schon die ersten Stunden in der virtuellen Welt, die Spieler wie Andrej dazu bewegen nicht nach einer Stunde aufzuhören sondern einen Erfolg nach dem anderen zu erspielen. Viele Rollenspiele im Internet sind so aufgebaut, dass ganz gezielt das natürliche Belohnungssystem unseres Körpers angesprochen und provoziert wird, so dass man sich erst zufrieden geben kann, wenn Erfolg XY freigespielt wurde. Dazu hat auch das Kriminologische Forschungsinstitut in Niedersachsen eine Studie durchgeführt und herausgefunden, dass insbesondere bei World of Warcraft ein hohe Computerspielsucht stattfindet.

Trotzdem obliegt die Definition der Spielsucht letztendlich demjenigen der spielt. So ist es meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, wenn jemand einen Großteil seiner Freizeit in der „virtuellen Welt“ verbringt, sonst aber seine sozialen Kontakte usw. in der realen Welt pflegt. Heutzutage ist es meiner Meinung nach normal, dass die junge Generation viel Zeit am Computer verbringt. Es gibt die einen, die World of Warcraft spielen oder im Internet surfen und wieder andere, die bei 888casino Roulette spielen.

Wir sind eben mit den neuen Medien groß geworden und nutzen diese zur Kommunikation. Wir können ständig mit unseren Freunden in Kontakt treten und auch über Tausende Kilometer hinweg Videokonferenzen durchführen. Klar birgt das Internet auch gewissen Gefahren, im großen und ganzen überwiegen jedoch bei verantwortungsvoller Nutzung die Vorteile des World Wide Web.

Meine Erfahrungen

Das der Fall von Andrej kein Einzelfall ist sollte jedem klar sein. Ich kann jedoch aus meiner eigenen Erfahrung heraus sagen, dass ich schon einige Personen kennengelernt habe, deren Alltag nur noch aus der virtuellen Welt bestand. Äußerlich haben sie sich total gehen lassen ohne Rücksicht auf soziale Kontakte wurde nächtelang durchgezockt und die reale Welt Tag für Tag verdrängt. Häufig bleibt der Übergang in die Sucht leider von beiden Seiten unbemerkt. Sowohl der Spieler als auch die Eltern wissen oftmals nicht mit der Situation umzugehen und so nimmt die ganze Sache ihren Lauf. Am Ende hilft dann meist nur noch eine entsprechende Suchberatung um zu einem gewissenhaftem Spielverhalten zurückzukehren.

Es gab aber auch mal eine Zeit in der ich mit meinen Freunden World of Warcraft gespielt habe. Zwar sparten wir uns die Ausgaben für die Offiziellen Server und nutzen kostenlose Alternativen, im Prinzip bezahlten wir den Spielspaß jedoch mit unserer Zeit. Aus meiner Sicht ist dies jedoch keine verlorene Zeit gewesen, da wir uns stets via Skype oder Teamspeak unterhalten und auch außerhalb der Spielwelten von World of Warcraft noch „an der frischen Luft“ getroffen haben. Klar gab es auch hier mal Tage an denen wir unkontrolliert die Zeit in der imaginären Welt verloren haben, trotzdem hab wir immer wieder realisiert, dass neben dem Spiel auch noch das echte Leben auf uns wartete.

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  • seec1

    „Auf der virtuellen Spielwiese tötete er 1,4 Millionen Spieler und ist dabei selber 42.685 Mal gestorben“
    Woher kommen eigentlich die Zahlen? Ich meine, dass wird er ja kaum mitgezählt haben, oder haben die WoW-Admins irgendwelche Stats veröffentlicht?

    • Hallo 🙂
      Woher diese zahlen stammen weiß ich auch nicht, jedoch wurden diese Angaben in allen namenhaften Medien so veröffentlicht, weshalb ich diese einfach übernommen habe.

      Da ich das Spiel selbst nicht besitze, kann ich dir auch nicht sagen, in wie weit dort Spielstatistiken einsehbar sind.

      Liebe Grüße

    • Black

      Meine Antwort kommt zwar etwas spät aber wollte es nicht so unbeantwortet lassen
      Die Zahlen kann man in den erfolgen im Spiele Menü selbst auslesen indem man einfach auf Statistiken klickt
      Dort wird alles über den eigenen online Charakter gespeichert und ist jederzeit einsehbar.

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