Als Privatperson Kartenzahlungen entgegennehmen: iZettle im Test

iZettle Teaser

„Du schuldest mir noch 10 Euro!“ – „Sorry hab leider kein Bargeld dabei.“ – „Hast du deine EC-Karte dabei? Dann kannst du das auch so bezahlen.“. Wer an dieser Stelle jetzt denkt: „Wie soll das denn gehen?!“, dem sei der heutige Blogpost ans Herz gelegt, denn die Firma iZettle aus Schweden macht die Möglichkeit der Kartenzahlung nun auch für Privatpersonen möglich.

iZettle im Einsatz
iZettle im Einsatz

Während wir Geld heutzutage zum größtenteils digital transferieren, sah das ganze noch vor 10 Jahren ganz anders aus – denn damals galt „nur bares ist wahres“. Aber wie soll das ganze funktionieren fragt ihr euch sicherlich und die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Mit einem Kartenterminal und der dazugehörigen App für euer Smartphone bzw. Tablet.

Also los geht es mit dem Terminal von iZettle: dieses bekommt ihr in zwei Varianten, einmal mit dem „Unterschriftsverfahren“ und einmal mit der Möglichkeit einen PIN einzugeben. Letzteres bietet ein höhere Sicherheit und weckt auch bei euren „Kunden“ ein höheres vertrauen. Das Terminal kostet in der einfachen Variante 25 Euro und in der PIN-Version 79 Euro.

Das Gerät, im übrigen die Version ohne PIN-Funktion, kam vor einigen Tagen bei mir an und ließ sich mit dem beigelegten 10 Euro Gutschein problemlos registrieren. Die Registrierung erfordert lediglich ein paar Minuten und umfasst im Grunde genommen nur die Anmeldung bei iZettle mit euren Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefon) sowie eures Bankkontos – irgendwo soll das Geld ja am Ende auch hingehen.

Nach der Unterschrift ist die Bezahlung abgeschlossen.
Nach der Unterschrift ist die Bezahlung abgeschlossen.

Alles eingerichtet, App heruntergeladen, Gerät eingesteckt (über die Kopfhörerbuchse) und schon ging es los. Die erste Zahlung probeweise mal mit der Karte meiner Schwester durchgeführt – alles ruck zuck ohne Probleme und innerhalb weniger Minuten abgewickelt. Betrag  (mindestens 1 Euro) und optional Verwendungszweck eingeben, Karte einstecken, unterschrieben und schon ist der fingierte Kauf abgeschlossen. Abschließend kann auf Wunsch die Rechnung per Mail an den Kunden verschickt oder über einen eingerichteten AirPrint Drucker ausgedruckt werden.

Bei der Bezahlung hat man die Möglichkeit, die Karte manuell , über den Chip oder per Magnetstreifen einzulesen. Nachteil: Wenn ihr eine Zahlung mit einer VISA-Karte abwickeln möchtet, wird nach dem einführen der Karte und Angabe der Mobilfunknummer des Kunden eine SMS versendet, welche einen Link enthält, über den er die Zahlung manuell auslösen muss. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass die Batterie in dem iZettle-Gerät über ausreichend Energie verfügt.

Ladenbesitzer, für die das iZettle-Terminal eigentlich gedacht ist, können über die App außerdem noch ihr Sortiment inklusive Fotos etc. hinzufügen um so gleich über die App den Einkaufswagen des Kunden zu füllen. Über die Internetseite von iZettle lassen sich im übrigen alle Transaktionen einsehen und gegebenenfalls auch zurückbuchen.

2,75 Prozent pro Transaktion

Doch iZettle macht das ganze nicht zum Spaß und will natürlich auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Aus diesem Grund nimmt das Unternehmen (mit Sitz in Stockholm) eine Gebühr von 0,95 Prozent für EC-Karten (die Maestro Unterstützen) und für alle anderen 2,75 Prozent für alle anderen Karten. Das machte bei der ersten Transaktion über 8 Euro also 22 Cent gewinn für iZettle. Dank dem Gutschein kann ich das aber verkraften, ist dieser jedoch irgendwann aufgebraucht muss man sich das schon überlegen ob man aus Bequemlichkeit diese Gebühr auf sich nehmen möchte.

Nun habe ich also meinen ersten Kauf durchgeführt, aber wo bleibt jetzt mein Geld? Auch hier setzt iZettle erst einmal präventiv gegen Betrug und verlangt die Verifizierung des Bankkontos mithilfe einer SEPA-Überweisung über 1 Euro. Dies hat bei mir innerhalb von 24 Stunden (!) geklappt und somit war auch diese Hürde genommen. Das Geld der fingierten Transaktion wurde mir innerhalb von 5 Werktagen überwiesen. Wann man das Geld von iZettle überwiesen bekommt hängt jedoch von der Art, wie ihr die Kartenzahlung durchgeführt habt, ab.

iZettle gibt folgende Rahmenbedingungen an:

  • Bei Zahlungen mit Karte und Unterschrift: 1000 Euro innerhalb von 4-5 Tagen, der Rest in 1000er Schritten
  • Mit Magnetstreifen: 25 Euro innerhalb von 4-5 Tagen, der Rest innerhalb von 10 Tagen.
  • Mit Karte und PIN: Privat: 1000 Euro – bei Geschäftskunden: 25.000 Euro und der Rest wie bei der Unterschrift

Fazit

Alles in allem gefällt mir iZettle sehr gut. Das System funktioniert ohne Probleme und überzeugt durch die zertifizierten Kartenleser und die verpflichtende Funktion, dass der Ort der Zahlung bei jeder Transaktion dokumentiert wird. Außerdem ist die Rechnung digital bequem abrufbar und enthält neben dem Ort auch die Unterschrift.

Die Gebühr und die Tatsache, dass man als Privatperson eine Zahlung entgegen nehmen kann stieß bei meinen Transaktionen bisher leider nur auch Kritik und zum Teil sogar soweit auf Abneigung, dass die Personen kein Vertrauen in das Gerät hatten. Meine Mutter beispielsweise wollte ihre Karte für eine Zahlung nicht hergeben. Auch den Leuten, denen ich von dem Gert erzhält habe, hielten nichts davon und waren skeptisch gegenüber der Sicherheit und Verschlüsselung.

Also, man muss schon etwas Überzeugungsarbeit leisten um seine „Geschäftspartner“ dazu zu bringen, ihre EC-Karte für eine Transaktion mit iZettle zu bewegen. Natürlich wird es immer Skeptiker geben, die auch weiterhin eine Zahlung verweigern werden aber die gibt es eben immer. Des weiteren muss man abwägen ob einem die Gebühr so viel Bequemlichkeit Wert ist.

Gewinnspiel

Wer jetzt Lust auf iZettle bekommen hat, der erhält jetzt hier die Möglichkeit, dass hier getestete Terminal inklusive einem 10 Euro Gutschein zu gewinnen. Beantwortet dazu einfach folgende Frage: „Was wäre die erste Zahlung, die Ihr mit dem Gerät durchführen würdet?“. Schreibt eure Antwort bis zum 13. April in die Kommentare und mit etwas Glück gehört das Gerät bald euch.

  • Christian Rubinos

    Ich würde den iZettle für meine Fahrgemeinschaft zur Universität nutzen.
    Dann gibt es kein „Hab‘ kein Geld dabei, ich gib es dir morgen!“ mehr und ein dummes Gesicht das bei mir jetzt auch EC-Karten akzeptiert werden.

    Dann fehlt mir nur noch eine Taxameter-App. Die Mercedes-Limousine habe ich ja schon bereits! 😀

  • Simon

    Mit iZettle würde ich die Schulen meiner Freunde eintreiben 😀

  • Tobias

    Mit den iZettle würde ich die Kohle eintreiben die mir geschuldet wird 🙂

  • Jennifer

    Ich würde das Gerät als erstes auf dem Trödelmarkt einsetzen.

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