Informationen rund um 19 Milliarden schweren WhatsApp Deal

whatsapp teaser

Nachdem Facebook am vergangenen Mittwoch WhatsApp für schlappe 19 Milliarden US-Dollar aufgekauft hat, geht es in der IT-Branche heiß her. Sowohl in Vorstandskreisen als auch unter den Nutzern verbreitet der Verkauf des größten Messenger eher Bauchschmerzen als Freude. Doch was hat der Deal nun für Konsequenzen für uns Endanwender? Was ändert sich mit dem Verkauf von WhatsApp für uns und vor allem: wie sicher ist der Messenger jetzt noch? Einige Fragen denen ich mit diesem Beitrag auf den Grund gehen möchte.

WhatsApp Deal nicht sicher

Die Übernahme von WhatsApp durch Facebook schlägt auch auf politischer Ebene große Wellen. In Brüssel wird aktuell darüber gesprochen, eine Untersuchung durch Wettbewerbshüter durchzuführen. Ernste Bedenken äußerte unter anderem der Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht: „Die EU-Kommission muss prüfen, ob sie ein wettbewerbsrechtliches Verfahren einleitet“, sagte Albrecht, der für die Grünen im EU-Parlament sitzt. „Es ist offenkundig, dass Facebook und WhatsApp zusammen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und zu Monopolisten in Europa werden“, erklärte er dem „Handelsblatt“. Albrecht ist unter anderem Mitglied im Parlamentsausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres.

Facebook Instagram
Erst im April 2012 kaufe Facebook Instagram für 1 Milliarde US-Dollar.

Demnach müsse Brüssel jetzt handeln. Es gebe genügend Anhaltspunkte für eine Wettbewerbsverzerrung. „Facebook und WhatsApp stellen eine ziemliche Bedrohung für ihre Konkurrenz in Europa und die Verbraucher dar“ betont der Parlamentarier und rief indirekt zum Boykott von Facebook und WhatsApp auf. „Wer nicht will, dass seine Daten in einer dubiosen App verschwinden, sollte auf datensichere Angebote zurückgreifen.“

Justizminister Maas: „Sie bezahlen [..] mit ihren Daten“

Genau wie in Brüssel tut sich auch hier etwas in den politischen Reihen: Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat nach dem Verkauf vom WhatsApp angekündigt, sich für klare Datenschutzregeln einzusetzen. Seiner Meinung nach sei dies wichtig um die Daten der Nutzer besser zu schützen sagt er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Der Minister kündigte an, er wolle sich in Zukunft bei den Verhandlungen über die EU-Datenschutzverordnung dafür einsetzen, dass „Alle Anbieter, die in Europa ihre Dienste anbieten, müssen dem europäischen Datenschutzrecht unterliegen.“. Maas rief außerdem die Nutzer dazu auf, „sehr sorgfältig“ über den Umgang mit WhatsApp und Facebook nachzudenken. „Die Nutzer müssen sich darüber klar sein: Sie bezahlen diese Dienste mit ihren Daten“, sagte Maas der Sonntagszeitung.

WhatsApp verkauft seine Kunden

Das WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar verkauft wurde lag nicht etwa an der „guten Programmierung“ oder der App an sich, sondern ganz klar an der unfassbaren Menge an Daten, die mit der App einhergehen. Wichtig ist es deshalb sich vor Augen zu halten, dass Facebook vordergründig die Nutzerdaten gekauft hat. Die App war dabei nur ein „Anhängsel“ und sichert dem Datensauger auch anhaltende Datenströme für die Zukunft.

Wie im letzten Beitrag über die Verwertung von Nutzerdaten bei Facebook berichtet, nutzt das größte Soziale Netzwerk mit hoher Wahrscheinlichkeit die Daten aus WhatsApp um seine umfangreiche Datenbank über seine Nutzer zu erweitern. Es wird demnach also nicht mehr lange dauern bis wir unsere WhatsApp Konten mit Facebook verknüpfen sollen um uns so endgültig mit Facebook zu verbinden. Facebook erledigt dann den Rest für uns und führt unsere Daten zusammen – und hat somit ein umfangreiches Werbeprofil über uns, welches es wiederum weiter an Werbekunden verkaufen kann.

Unheimlich ist auch der Gedanke daran, dass Facebook aktiv eine Funktion benutzt um die Chatfunktion zu überwachen und nach Auffälligkeiten auszusortieren.  Somit steht einer Implementation in WhatsApp nichts mehr im Wege und es bleibt abzuwarten wann auch unsere WhatsApp-Nachrichten durchsucht und kategorisiert werden.

Gute Gründe WhatsApp jetzt zu löschen

1. Viele Sicherheitslücken in WhatsAppKritik an der Datenschutzpolitik bei WhatsApp gab es schon immer. Anfang 2012 veröffentlichte ein Hacker eine Website, auf der man unter Angabe einer beliebigen Handynummer den dazugehörigen Status ändern konnte.

2. Keine ordentliche Verschlüsselung der Nutzerdaten | Stiftung Warentest kritisierte, dass alle Daten unverschlüsselt auf die Firmenserver übertagen werden. Später wurde dies nachgebessert, jedoch nicht optimal wie sich später herausstellte.

3. WhatsApp nur „pseudo-kostenlos“ | Wer WhatsApp über den Zeitraum von einem Jahr weiternutzen möchte zahlt 89 Cent. Gut möglich, dass das Unternehmen den Preis in Zukunft erhöhen wird – und die Nutzer Wohl oder Übel mitziehen müssen.

4. Alternativen sind sicherer! | Neben WhatsApp gibt es zahlreiche mehr oder weniger verbreitete Alternativen. So ziemlich jede alternative zudem weltweit größten Messenger ist mit einer besseren Verschlüsselung ausgestattet. Eine sehr gute Alternative zu WhatsApp bietet Threema, eine App aus der Schweiz, mit einer sicheren und 2048-Bit starken asymmetrischen Verschlüsselung. (Test folgt im Laufe der Woche!)

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