Was weiß Facebook über mich?

Facebook 2

Vor kurzem erreichte mich die Frage von einem unserer Leser, der wissen wollte was denn Facebook so über uns weiß. Gerne gehe ich dieser Frage auf den Grund und werde in diesem Beitrag mal etwas näher auf die Privatsphäre und den Datenschutz im größten sozialen Netzwerk der Welt auf den Grund gehen. Denn: mit mehr als 1,2 Milliarden hat Facebook eine enorme Werbekraft und Zugriff auf eine extrem große Datenbank mit privaten Informationen.

Daten sind das wertvollste Gut im Zeitalter des Internet, umso wichtiger ist es, dass wir auf unsere privaten Daten achtgeben und mit diesen überall und ungeachtet im Internet publizieren. Mit genau diesen Daten erstellen Werbetreibende ein extrem Realitätsnahes Werbeprofil um dieses dann anschließend an die Firmen weiterzuverkaufen oder auf euer Surfverhalten anzupassen und euch Werbung anzuzeigen.

Unser Profil

Facebook bekommt einen Großteil der privaten Daten von ganz alleine, denn eine Vielzahl der Facebook-Anwender geben neben den verpflichtenden Registrierungsdaten wie Name, Wohnort, Geburtstag, Geschlecht und E-Mail-Adresse auch Private Daten wie den Wohnort, Arbeitsplatz, Schule, et cetera ohne zu zögern an.

Hinzu kommen Daten, die Nutzer durch ihre Handlungen preisgeben:

  • „Gefällt mir“-Angaben
  • Kommentare
  • Statusmeldungen
  • Freundschaften
  • Teilnahme an Gruppen und Veranstaltungen
  • Verlinkungen und Postings (Fotos, Videos, Texte)
  • Mail & Chatfunktion 

„Unsichtbar“ gesammelte Daten

Facebook App

Auch die App sammelt fleißig private Daten.

Nicht immer ist klar welche Daten man von sich preisgibt, so ist es leider nicht erkennbar, dass Facebook bei jeder Interaktion bzw. Aktivität mit dem Sozialen Netzwerk Daten sammelt. Gemeint sind beispielsweise Metadaten von Fotos und Videos wie Kameramodell, Ort und Zeitpunkt der Aufnahme. Darüber hinaus erfasst Facebook den Typ des Endgeräts (Tablet, Smartphone, Computer, etc.), die IP-Adresse sowie den Standort des Nutzers. Somit kann Facebook ganz einfach ein Bewegungsprofil seiner Benutzer erstellen, sofern man stets auf seinem mobilen Endgerät auf Facebook aktiv ist.

Facebook „likes“ im Internet

Neben den oben genannten Daten die Facebook unbemerkt abfängt, sammelt das Unternehmen aus dem Silicon Valley auch Daten von Webseiten die einen Facebook „Like/Teilen“ Button eingebaut haben. So ist stets ein kleiner „Cookie“ im Browser aktiv und speichert euer Surfverhalten, in dem quasi notiert wird wann ihr welche Website aufgerufen habt.

Apps die Zugriff auf das Konto haben

Interessant wird es bei den sogenannten „3rd Party Apps“, welchen es je nach Einstellung erlaubt all eure bei Facebook hinterlegten Daten abzufragen und sogar in eurem Namen zu interagieren. Klar gibt es eine Menge seriöser Apps von Apple, Microsoft und Co., jedoch sind auch einige Apps im Umlauf, die lediglich in eurem Namen Spam oder infizierte Links verbreiten wollen. Aus diesem Grunde sollte man es sich also zweimal überlegen welcher App man welche Zugriffsrechte einräumt.

Wie schützt man sich am besten?

Im Prinzip ist es ganz einfach sich zu schützen, dazu sollte man sich einfach immer die Frage stellen „Würde ich diese Information auch einem fremden Menschen auf der Straße erzählen?“. Könnt ihr dieses Frage nicht mit „Ja“ beantworten ist es sinnvoller diese auch nicht bei Facebook zu veröffentlichen. Ansonsten ist es ebenfalls ratsam seine Interaktion mit Facebook auf das Netzwerk selbst zu beschränken und nicht allzu viel mit Apps von Drittanbietern zu arbeiten. Darüber hinaus kann man, sofern man diesen Aufwand betreiben möchte, nach jedem Facebook besuch die Cookies löschen umso ein „Tracking“ des Surfverhaltens zu verhindern. Des Weiteren sollte man es Facebook nicht erlauben den Standort abzufragen, speziell beim Chat kann so ganz schnell ein Bewegungsprofil von euch angefertigt werden.

Gespeicherte Daten einsehen

Wer sich (einen Teil) seiner privaten Daten anzeigen lassen möchte kann dies auf drei Wege tun:

  1. Aktivitäten-Protokoll
  2. Daten herunterladen
  3. ALLE Privaten Daten schriftlich einfordern

Dabei sollte man beachten, dass man mit Hilfe der ersten beiden Möglichkeiten lediglich einen Bruchteil seiner Daten zu Gesicht bekommt. Die einzige Möglichkeit alle Daten über euch einzusehen besteht darin, dass ihr euch schriftlich bei Facebook meldet und eure Daten einfordert. Dies nimmt natürlich einige Zeit in Anspruch und ist mit einem etwas größeren Aufwand verbunden.

Facebook-Neustart – so geht’s

Wer im übrigen große Teile oder gleich alles aus seiner Facebook-Vergangenheit entfernen bzw. seine Chronik aufräumen möchte, dem würde ich raten dieses Script für das AddOn Grease Monkey für Mozilla Firefox zu installieren. Mithilfe dieses Scripts könnt ihr einfach und automatisiert eure Daten von Facebook entfernen. Dies nimmt je nach Umfang und eurer Aktivität der letzten Jahre auf Facebook entsprechend viel Zeit in Anspruch, bringt euch jedoch am Ende eine aufgeräumte Chronik. Natürlich ist am Ende lediglich eure Chronik aufgeräumt, eure Daten verbleiben jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Server von Facebook.

Fazit

Facebook Privatsphaere 4

Auch die Privatsphäre Einstellungen sollten richtig konfiguriert sein.

Welche Daten das Soziale Netzwerk letztendlich über euch sammelt oder schon in den großen Serverfarmen abgespeichert hat, hängt theoretisch von euch ab. In der Praxis sieht das ganze jedoch etwas anders aus, denn wie wir wissen sammelt Facebook auch unbemerkt und ungefragt Daten aus alles Quellen. Da das Unternehmen nicht nur über Facebook als „Produkt“ verfügt, sondern auch noch Instagram & Co. sein eigen nennen kann, fließen von dort aus ebenfalls Daten in das „Userprofil“.

Private Daten bei Facebook hin oder her, solange damit kein Unfug angestellt wird ist natürlich alles in Ordnung, jedoch sollte man das Geschäftsmodell von Facebook nicht vergessen, denn wie bereits eingangs erwähnt sind die Nutzerdaten Hauptbestandteil des Tagesgeschäftes. Wenn diese Daten dann mal in die Hände von kriminellen (via Drittanbieter-Apps) sieht das ganze dann nicht mehr so rosig aus.

Man sollte außerdem bedenken, dass die Daten nicht nur für Facebook interessant sein können. So sollte es selbstverständlich sein, dass man sein Profil soweit absichert, das eben nicht jeder alles über einen erfahren kann. Dafür müssen lediglich ein paar Handgriffe in den Privatsphäre Einstellungen getätigt werden.

Letzten Endes liegt es also an uns, welche Informationen wir der Datenkrake preisgeben möchten. Einmal im Internet – immer im Internet.

 

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