Warum spielen wir Horrorgames?

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Es ist dunkel und die Musik verrät , dass etwas passieren wird. Du weißt nicht genau was es ist, aber du spürst, dass es nichts Gutes sein kann. Vorsichtig schickst du deine Figur um die Ecke, unsicher darüber was auf der anderen Seite auf dich wartet. Es könnte ein Monster sein, ein Mörder oder auch einfach ein kleines Mädchen. Wie auch immer, du wirst dich erschrecken und vielleicht sogar deinen Controller durch den Raum werfen! Du hast Herzklopfen, doch immer wieder redest du dir ein, dass du keine Angst haben musst, weil es ja nur ein Spiel ist! Aber du hast schließlich dein PSN Guthaben für das Spiel ausgegeben und beschließt daher weiter zu spielen. Warum tun wir uns das eigentlich an? Warum spielen wir Horrorgames?

Du kannst deine Eltern und Großeltern fragen, Horror ist nichts Neues. Möglicherweise las dein Opa schon Gruselbücher und deine Mutter schaute Horrorfilme, die wir heute als Klischee empfinden. Unsere Generation amüsiert sich mit den neuesten Medien mit Horror und Horrorgames. Welchen Einfluss hat dies auf uns? Warum lassen wir uns freiwillig Angst einjagen?

Es gibt diverse Theorien laut welchen die Menschheit von Horror fasziniert ist, sowohl von Horrorgames als auch von Horrorbüchern:

Angst durchstehen, sich selbst etwas beweisen

Glenn Sparks, Professor Kommunikation an der Purdue Universität in den U.S.A. untersuchte wie Menschen physisch auf Horrorfilme reagieren. Das Herz klopft schneller, die Hände fangen an zu schwitzen, die Muskeln geraten in Spannung und selbst der Blutdruck erhöht sich. Eine besondere Entdeckung des Professors war die Feststellung, dass die Zuschauer richtig gruselige Filme am besten bewerten. Er hat eine Vermutung warum dies so ist: „It goes back to the initiation rites of our tribal ancestors, where the entrance to manhood was associated with hardship. We’ve lost that in modern society, and we may have found ways to replace it in our entertainment preferences.“

Morbid curiosity

Vielleicht ist es nichts

woran man erinnert werden möchte, aber wann hast du zuletzt etwas richtig Schreckliches ansehen müssen? Denk dabei zum Beispiel an einen Autounfall. Es kann gut sein, dass es dir schwer gefallen ist wegzusehen, obwohl hinsehen sich nicht richtig anfühlte. Du willst es eigentlich nicht sehen – der englische Begriff dafür ist ‘morbid curiosity’. Morbide Sachen wie Folter, Kannibalismus etc. All das kriegt man in Horror Filmen zu sehen. Es ist schwierig nicht hinzusehen, da man einfach wissen möchte wie es endet!

Ups en downs; Angst und Erleichterung

Die eine Sekunde stehst du Todesängste aus,  während du dich versteckst oder dich einer Konfrontation mit deinem Gegner stellst. Wenn die Gefahr sich legt bist du für ein paar Sekunden sicher. Du hast ein paar Sekunden Zeit wieder zu Atem zu kommen und zu realisieren was passiert ist. Währenddessen durchläuft dein Körper zwei Prozesse: Wenn du Angst hast produziert dein Körper Adrenalin, sodass du schneller auf Gefahren reagieren kannst. Wenn der Moment der Angst vorrübergeht und du dich erleichtert fühlst produziert dein Körper Dopamine. Dieser Stoff sorgt dafür, dass du dich glücklich fühlst. Die hormonelle Veränderung von Energie und Wachsamkeit zu einem zufriedenen, ruhigen Zustand gibt dir einen unbewussten Kick. Jedes Mal wenn du ein Level weiter kommst, fühlst du dich gut. “Jetzt bin ich bereit für die nächste Herausforderung.” Und auf geht’s zum nächsten Adrenalin Shot.

Ist die Realität gruseliger?

Die Meinungen zum Thema Horror teilen sich , aber wir können mit Sicherheit sagen, dass es eine wahre Leistung ist, jemanden echte Angst erfahren zu lassen durch Pixel auf einem Schirm. Auf die Frage, ob Horrorgames, so realistisch wie möglich dargestellt werden sollen, hat Steven Kok, Absolvent eines Medienwissenschaften-Studiums an der Universität von Amsterdam, eine Antwort:

“Die aktuellen Spiele sind kaum noch von der Realität zu unterscheiden. Das ist einerseits sehr angsteinjagend, denn je echter ein Spiel aussieht, umso weniger willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit benötigst du. Andererseits schafft ein Game mit einer weniger realistischen Grafik Freiraum für die eigene Kreativität. Dies kann auf eine andere Art und Weise anregen und besonders gruselig sein. Vergleiche es zum Beispiel mit einem Buch. Deiner Fantasie werden keine Grenzen gesetzt und sie kann dich in ihren Bann ziehen. Die Angst der realistischen Wiedergabe mag physisch extrem sein, doch die Angst, die ein selbst-kreiertes Pixelwesen auslöst kann viel heftiger und intensiver sein.”

Du kannst also auf diverse Arten von dem Spiel aufgesogen werden: durch Ton, Bild, deiner eigenen Fantasie, Realität. Vielleicht musst du nur herausfinden was für dich am besten funktioniert – oder besser gesagt, was du am gruseligsten findest.

Fazit

Es gibt so viele Horrorspiele, dass es eigentlich keine passende Ausrede gibt, um nicht mal einem Spiel eine Chance zu geben. Horrorgames sind eine gute Möglichkeit um Mal wieder richtig in den Bann einer guten Geschichte zu geraten – fast so wie man es als Kind kannte. Dabei darf man nicht vergessen, dass es dein Herz höher schlagen lässt – schlichtweg der Grund warum viele das Gamen lieben!

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